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Autor/in: Michael Richter | 22.06.2004 | 476 Wörter
 
Genmanipulierte DNA in der Milch gefunden
Hamburg (Update) - Mittlerweile haben die Wissenschaftler aus Weihenstephan auf unsere Veröffentlichung der Untersuchuchsergebnisse reagiert. Sie verteidigen das ins Wanken geratene Dogma. Weiter führen sie zwei Studien an, die die Greenpeace-Position ins Wanken bringen sollen. Warum sie trotzdem irren, erklärt Christoph Then, Gentechnikexperte bei Greenpeace. Lesen Sie hier seine Erklärung.

Hamburg - Bei Untersuchungen aus dem Jahre 2000 sind in Milch Gen-Fragmente aus gentechnisch verändertem Mais und Soja gefunden worden. Aus dem Jahre 2000? Richtig, mehr als drei Jahre hielten Wissenschaftler des Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel in Weihenstephan/Bayern ihre brisanten Befunde unter Verschluss.

Seit Jahren galt es als Dogma in der Wissenschaft: Gen-Futter wird vom Organismus der Tiere soweit abgebaut, dass vom dem Genkonstrukt aus dem Futter nichts übrig bleibt. Doch das Dogma ist in Schieflage geraten - durch die wissenschaftlichen Untersuchungen des Forschungszentrums aus Weihenstephan. Greenpeace machte sie am Montag publik.

In der Milch eines Landwirtes, der Gen-Soja und Gen-Mais verfütterte, fanden die Wissenschaftler Teile der Erbsubstanz dieser Pflanzen. Dies dürfte der erste Nachweis von Gen-Milch weltweit sein. Greenpeace fordert weitere Studien und eine Kennzeichnung von tierischen Produkten, die mit Gen-Futter hergestellt wurden.

"Die Wissenschaftler haben anscheinend Angst vor den eigenen Ergebnissen. Was die Forschung bisher für unmöglich hielt, muss nun anders bewertet werden", sagt Henning Strodthoff, Gentechnikexperte von Greenpeace.

Ein weiterer Umstand überrascht: Da stoßen Wissenschaftler auf Fakten, die nicht in ihr wissenschaftliches Weltbild passen und - lassen es dabei bewenden! Keine Neugier, kein Forscherdrang?

Unabhängig von den neuen Befunden gibt es bereits seit längerem einen Streit in der EU, ob tierische Produkte gekennzeichnet werden müssen, wenn die Tiere mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden. Bisher wird auf die Kennzeichnungspflicht für Eier, Fleisch oder Milch von Tieren verzichtet, die Gen-Futter zu fressen bekamen. Ganz in Sinne des überholten Dogmas. Doch die Untersuchungsberichte werden diese Diskussion sicher erneut anstoßen.

"Die Lücke in der Kennzeichnungsverordnung muss auf jeden Fall geschlossen werden", fordert Strodthoff.

Müllermilch will Verbraucheraufklärung unterbinden

Der Untersuchungsbericht stützt auch die Kampagne von Greenpeace gegen den Branchenführer Müllermilch, der Milch von Kühen verarbeitet, die Gen-Futter erhalten haben. Greenpeace fordert von dem Konzern seit April, dafür zu sorgen, dass nur Tierfutter ohne Gen-Pflanzen eingesetzt wird. Die Firma verweigert bisher jede Zusage und will eine Unterlassungsklage gegen Greenpeace durch das Kölner Landgericht erreichen.

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Am Mittwoch wird das Gericht über die Klage entscheiden. Greenpeace hingegen unterstützt Verbraucher, die eine Verfütterung von Gen-Pflanzen ablehnen und fordert diesen Qualitätsstandard auch von Müllermilch. Dazu sagt Gentechnik-Expertin Ulrike Brendel: "Wir lassen uns von Müller nicht den Mund verbieten."

Weitere Informationen gibt es unter: http://de.sitestat.com/greenpeace/greenpeace/s?home210604-zu-MuellMilchDe&ns_type=clickout

Ob Lebensmittelhersteller bei der Fütterung der Tiere Gen-Pflanzen meiden oder nicht, haben wir in unserem Ratgeber "Essen ohne Gentechnik" veröffentlicht.

Wir haben für Sie alles Wissenswertes rund um die Untersuchungsberichte aus Weihenstephan in einem Factsheet zusammengefasst.

Sie sind Landwirt und wollen wissen, wo Sie gentechnikfreies Futter herbekommen? http://de.sitestat.com/greenpeace/greenpeace/s?home210604-zu-LandwirteInfo&ns_type=clickin hilft Ihnen weiter!
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